Totgesagte leben länger:
Das Phänomen "Mainframe"

Seit über 25 Jahren wird der Mainframe für tot erklärt, aber er ist immer noch mehr als präsent. Trotz zahlreicher neuer und moderner Technologien und Programmiersprachen werden nach wie vor viele Daten mit Hilfe des Mainframe verarbeitet. Wenn man sich die Zahlen von IBM anschaut, laufen 55% aller Enterprise-Application-Transaktionen auf dem Mainframe. Dazu kommt, dass sich 80% der weltweiten Unternehmensdaten auf Mainframe-Computing-Plattformen befinden oder von diesen stammen. IBM-Mainframes verarbeiten heute 30 Milliarden Transaktionen pro Tag, dazu gehören 87% aller Kreditkartenoperationen und 29 Milliarden Geldautomatenabhebungen sowie vier Milliarden Flugbuchungen pro Jahr. Mit mehr als 220 Milliarden Zeilen Cobol-Code, wobei ca. fünf Milliarden zusätzlich pro Jahr hinzukommen, macht Cobol den größten Teil des weltweiten Codes aus.

Er hat das “Dinosaurier-Image”, welches man ihm oft nachsagt, nicht verdient. Im Gegenteil! Die kontinuierliche Weiterentwicklung und die damit verbundenen Verwendungsmöglichkeiten wachsen stetig. Sei es beispielsweise die Möglichkeit der Hybrid-Cloud-Anbindung mittels Docker und Kubernetes oder das Verwenden von OO-Programmiersprachen wie Java.
Vor allem die Hybrid-Cloud-Anbindung ermöglicht ein agiles und flexibles Arbeiten mit Hilfe von OpenShift und Containern. Man verbindet die Vorteile des Mainframe mit denen der modernen und offenen Welt. Hiermit kann man z.B. Cobol- und Java-Programme gemeinsam auf einer Linux-Maschine laufen lassen.

Des Weiteren verarbeiten sämtliche Unternehmen mit geschäftskritischen Transaktionen wie Banken, Versicherungen, Kreditinstitute oder Fluggesellschaften ihre Daten mit Hilfe von Großrechnern und das wird auch noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Warum? Ganz einfach, weil der Mainframe neben seiner hohen Leistung und Zuverlässigkeit sowohl ausgefeilte Datenschutzoptionen, eine hohe Ausfallsicherheit als auch eine optimale Unterstützung für Cloud-Services bietet. Gerade in Bezug auf das Thema Internet of Things (IoT) könnte (und aus unserer Sicht wird) der Mainframe eine enorme Rolle spielen. In Zukunft werden Milliarden von Geräten miteinander kommunizieren und Informationen austauschen, wozu es zwingend notwendig sein wird, diese Transaktionen schnell, sicher und verlässlich durchzuführen. Somit sollte man sich nicht die Frage stellen, ob der Mainframe oder die Cloud die bessere Lösung bietet, sondern der Schlüssel liegt ganz klar in der Verbindung beider Welten.

Der Fokus sollte nicht nur auf die Technik gelegt werden, sondern vor allem auf die Fachlichkeit. Man sollte sich also vorab fragen, welche Daten legt man wo am besten ab und mit welchen Sprachen sollen die Anwendungen entwickelt werden. Dabei sollten die Sicherheit der Daten und die Wirtschaftlichkeit der Anwendungen im Vordergrund stehen.

Ein großes Problem ist allerdings nicht von der Hand zu weisen: die mangelnde Ausbildung in diesem Bereich. Vermutlich liegt es an dem oben genanntem Image, welches sich über die Jahre in den Köpfen vieler Studenten aber auch jungen Manager manifestiert hat, was dazu führt, dass es kaum noch Nachwuchs für den Host gibt. Somit greifen Firmen immer häufiger auf externe Dienstleister zurück, um die hauseigene Mainframewelt zu warten, weiterzuentwickeln oder zu migrieren.

Falls auch Sie vor diesen oder ähnlichen Herausforderungen stehen, sprechen Sie uns gerne an. Wir unterstützen ihr Team auf vielfältige Weise und sind der festen Überzeugung, dass es den Mainframe noch weitere 25 Jahre (oder sogar länger) geben wird.

Katrin Hoffmann

Kontakt: Katrin.Hoffmann@antas.com